Dienstag, 24. März 2009

Frauenquote

Dieses Wochenende hatte ich besuch von einer Freundin, die in Wien studiert. Da sie ein Fach studiert, bei der sie auch in den Genuss der sogenannten "Gender"-Vorlesungen kommt, und da sowieso in letzter Zeit das Wort "Frauenquote" in aller Munde ist, ist das Thema irgendwie beim Mittagessen aufgekommen.

Ich habe in meinem Leben noch NIE etwas nicht bekommen, weil ich eine Frau bin. Ich habe mich noch NIE diskriminiert gefühlt und hatte immer das Gefühl, dass ich etwas bekommen/irgendwo 'reingekommen bin, weil ich als Person dafür gepasst habe und nicht, weil ich das richtige Geschlecht hatte.

Ich (und alle Mädels die ich kenne, ob auf der Uni, im Berufsleben, Single, in Partnerschaft, Verheiratet oder Mutter) glaube nicht, dass es notwendig ist, eine Frauenquote einzuführen. Natürlich kann man nicht leugnen, dass Frauen noch immer weniger verdienen als Männer oder dass Beruf und Mutterschaft schwer zu vereinbaren sind.

Leider ist es aber so, dass wir Frauen unter einem kollektivem Selbstbewusstseinsproblem leiden und sich darum einfach weniger Frauen an Unis bewerben weil sie denken, dass sie dem ja sicher nicht gewachsen sind.
Man braucht sich ja nur anzuschauen, wie viele Frauen zB.: Biologie studieren und wieviele Professorinnen es am Botanik- und Zoologieinstitut gibt. Studentinnen machen sicher 90% der Biologie-Studenten aus, ich kenne aber nur 3 Professorinnen. Und das liegt sicher nicht am Mangel gut ausgebildeter Frauen.
Männer haben das Problem nicht! Ganz im Gegenteil, sie halten sich teilweise für eine Offenbarung und glauben, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. (Natürlich gibt es auch hier ausnahmen.)

Was ich auch nicht wusst, aber sicher total stimmt ist - und hier berufe ich mich auf einen Artikel aus dem Standard vor einigen Wochen (Datum und Autor weiß ich nicht mehr) - dass wir Frauen ein Problem mit der Frauenquote haben, weil wir dann ja nur deswegen genommen werden, weil wir Frauen sind. Wir wollen in einem Job arbeiten, in den wir wegen unserer Fähigkeiten gekommen sind.
Männer haben das Problem nicht. Wenn es eine Männerquote gäbe, würden die meisten Männer einfach nur "yeeeeeeeeeah" rufen und die Jobs einfach nehmen.
Aber nein, wir Frauen wehren uns. Das ist irgendwie bizarr, finde ich.

Natürlich bin ich den Feministinnen dankbar, die sich für die Rechte der Frauen eingesetzt haben und wir darum jetzt so leben können, wie wir Mädels jetzt leben - ohne Diskriminierung, frei zu tun was wir wollen und ohne wirkliche Kämpfe austragen zu müssen.

Nur so am Rande:
Auch interessant dieser Artikel. Vielleicht bewerben sich deshalb keine Frauen *gg*

2 Kommentare:

Silbilain hat gesagt…

Kommentar zum Artikel:
Kann ich nicht behaupten. Ich fühl mich mit Männern woller als mit Frauen im Büro. Da gibts keinen Zickenkrieg und Männer spielen einem meist nichts Übles zu.

Ich bin übrigens mit dir einer Meihnung.

Anonym hat gesagt…

Ich fand's nur lustig - hab' ich selbst noch nie so empfunden! Ich find's auch mit Männern entspannender. Schon allein, weil es da diesen Wettbewerb "wer ist die Schönste" nicht gibt!